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Freitag, 9. November 2007

Kia Ceed 1.6 CRDi

Der Kia Cee´d 1.6 CRDi bringt alle Zutaten für ein Erfolgsrezept mit: 4,24 Meter lang, 85 kW stark, fünf Türen, 340 Liter Kofferraum und satte fünf Jahre bzw. 150.000 Kilometer Garantie. Hört sich gut an. Doch ist der Cee´d auch in der Praxis ein ernst zu nehmender Konkurrent für Golf, Astra und Peugeot 308? Auf den ersten Blick eher nicht. In und ausschließlich für Europa entworfen, haben die slowakischen Designer kräftig beim Rest der Branche gewildert. Die Frontpartie könnte vom Volvo C30 stammen, die Seitenlinie vom früheren Nissan Almera - einzig das Heck macht, besonders durch die tropfenförmigen Rückleuchten, einen eigenständigen Eindruck. Gefällig ist er allemal und gegenüber der wenig charismatischen Konkurrenz muss er sich keinesfalls verstecken.

Für die Gestaltung des Innenraumes wird man bei Kia ebenfalls vergebens auf einen Designer-Preis warten. Solch ein Armaturenbrett gibt es so auch bei anderen Mittelklässlern. Die Instrumente sind klar gegliedert, sehr gut ablesbar und im Dunkeln fast schon schön. Alle Bedienelemente finden sich oberen Bereich der aluminiumfarbenden Mittelkonsole in sinnvoller Anordnung und eindeutiger Funktion. Die inneren Werte können sich sehen lassen: Die serienmäßige Sicherheitsausstattung ist mit Fahrer- und Beifahrerairbag plus Seitenairbags, Kopfairbags vorn und hinten, aktive Kopfstützen vorn, Gurtstraffer und Gurtkraftbegrenzer vorn, ISOFIX-Halterungen, Nebelscheinwerfer, Lichtsensor sowie ESP mit Bremsassistent komplett. An Komfortdetails wurde auch nicht gespart: Klimaanlage, klimatisiertes Handschuhfach, Fahrer- und Beifahrersitz mit Lendenwirbelstütze, Außenspiegel elektrisch einstellbar und beheizbar, Bordcomputer, Lederlenkrad, Lederschaltknauf, Handbremshebel und Mittelarmlehne ebenfalls mit Leder bespannt und Fernbedienung der Audioanlage am Lenkrad - wenn schon, denn schon.

Dank des höhen- und längsverstellbaren Lenkrades findet auch ein überdurchschnittlicher Mitteleuropäer eine gute Sitzposition auf den recht straffen, jedoch nicht unkomfortablen Sitzen mit ordentlichem Seitenhalt. Hinten finden dank des Radstandes von 2,65 Metern drei mittelgroße Erwachsene ausreichend Platz. Komfortabel mit angenehmen Raumgefühl und Platzverhältnissen wird es jedoch im Cee´d klassentypisch nur zu viert. Der Kofferraum lässt sich durch Umlegen der asymmetrisch geteilten Rücksitze von den eingangs erwähnten 340 auf 1.300 Liter vergrößern. Ausreichend Ablage und Getränkehalter vorn und hinten erleichtern auch längere Touren. Nicht zu vergessen die Staufächer in der Mittelarmlehne vorn. Alles ist solide verarbeitet, die verwendeten Materialien angemessen, wenn auch die Haptik der üppigen Kunststoffflächen zu wünschen übrig lässt.

Überraschend straff ist das Fahrwerk geraten. Dank der - zumindest in der Kompaktklasse - unüblichen Mehrlenkerachse hinten bleibt der Cee´d immer neutral und hervorragend beherrschbar, ganz besonders in schnell gefahrenen Kurven auf welligen Landstraßen. Fast schon zu früh bügeln die elektronischen Fahrhelfer auch provokante Fahrmanöver aus, ein frischer Ampelstart wird so schnell zum verhaltenen Losrollen. Trotz der fast sportlichen Abstimmung des Fahrwerkes bleibt der Komfort nicht auf der Strecke. Leise und vergleichsweise souverän werden auch gröbere Unebenheiten ausgeglichen. Über Kanaldeckel, Autobahnfugen und Kopfsteinpflaster werden die Insassen jedoch deutlich informiert. Das liegt zuletzt an den strammen Hankook-Bereifung im Format 205/55R16. Die Schaltbox des Fünfganggetriebes überrascht ebenso mit kurzen Schaltwegen, leichtgängig und präzise passt die Abstimmung gut zu Leistungsentfaltung des Motors und bringt ein gutes Stück Fahrspaß. Ein Gang mehr wäre wünschenswert. Die Lenkung ist direkt und vermittelt ein gutes Straßengefühl, könnte jedoch um die Mittellage etwas präziser und bei höheren Geschwindigkeiten etwas straffer sein.

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Dienstag, 6. November 2007

Dodge Avenger 2008

Droht Audi A4, 3er BMW und Mercedes C-Klasse künftig wirklich Gefahr aus den USA? Dodge zumindest will es nicht bei dem Power-Duett aus Caliber und Nitro belassen. Viele hatten ja die IAA-Studie Hornet als nächsten Sprössling erwartet. Doch die Amerikaner setzen bei der Nummer drei auf die volumenstarke Mittelklasse. Der neue heißt Avenger ("Rächer") und soll mit seinem harschen Auftritt an den bislang nur in den USA erhältlichen Charger erinnern. Die Studie des Dodge Avenger ist Ende September auf dem Pariser Automobilsalon zu bestaunen. Im nächsten Jahr kommt der Serien-Avenger dann nach Europa. Wuchtige Schürzen, tiefe Spoiler und ausgestellte Radhäuser – der Avenger will in der Mittelklasse Stimmung machen und dabei mächtig Eindruck schinden. Die schmalen Fensterflächen werden nach hinten kleiner und betonen so die hinteren Radhäuser und das kurze Heck. Der Mittelklasse-Dodge will eines genau nicht sein: mittelmäßig. "Der Avenger ist ein weiterer Beweis dafür, wohin die Marke Dodge unterwegs ist", sagt Trevor Creed, der Design-Verantwortliche bei DaimlerChrysler. "Der Avenger zeigt amerikanische Mucle-Car-Geschichte im Kleid eines globalen Mittelklasse Modells." Dodge-typisch soll das Pariser Messemodell mit einem knallig roten Metalliclack auf sich aufmerksam machen. Wer aufgrund des Muscle-Car-Auftritts denkt, dass unter der langen Motorhaube satte acht Zylinder ihre Arbeit verrichten, der irrt gewaltig. Während der ähnlich gezeichnete, aber deutlich größer dimensionierte US-Charger als Bruder des Chrysler 300C mit HEMI-Power, 5,7 und 6,1 Litern Hubraum über die Highways walzt, gibt es in Europa zurückhaltende Massentechnik. Die Vierzylinderaggregate werden sich an den bekannten Varianten von Dodge Caliber und Jeep Compass orientieren. Das heißt: Neben dem 2,4 Liter großen Weltaggregat mit 125 kW/170 PS kommt auch der 140 PS starke Zweiliter-Diesel aus dem Volkswagen-Regal beim Avenger zum Einsatz. 19-Zoll-Felgen und üppig dimensionierte Spoiler sollten jedoch einer Sportversion des Avenger vorbehalten bleiben, die später folgen wird. Der Preis des Dodge Avenger sollte übrigens deutlich unter 25.000 Euro liegen.

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